Falsche Verantwortung und Eigenverantwortung
Ein Selbsthilfe-Ritual
Verantwortung wird gemeinhin als die Erfüllung von Rollen verstanden, die sich aus den Funktionen und Aufgaben der Rolle ergibt. In solch einer sichtbaren äußeren Verantwortung trägt etwa ein Chef diese für „seine“ Angestellten und „seinen“ Betrieb. Eine viel unsichtbarere Verantwortung hingegen ist eine Art innere Verantwortung, wo Verantwortung für das emotionale Wohlergehen anderer übernommen wird.
Doch sehr viele Erwachsene sind nie wirklich zu ihrer emotionalen Eigenverantwortung gelangt. Und wenn Eltern nicht in ihrer Kraft sind, springen deren Kinder – oft von klein an – unbewusst in die Bresche. Sie fühlen sich dann verantwortlich für das Wohlergehen derer, in deren Obhut sie eigentlich sind, und übernehmen – anstelle der Eltern – zusätzlich noch Verantwortung für ihre Geschwister.
Da insbesondere Frauen sehr „anfällig“ für diese „Rollenübernahme“ sind, kommt es später in Partnerschaften und Ehen häufig dazu, dass diese Frauen meinen, auch gleich noch den väterlichen Anteil der Verantwortung für die eigenen Kinder mittragen zu müssen. Bei einigen geht das Sich-verantwortlich-Fühlen sogar so weit, dass sie sich selbst für „Gott und die Welt“ verantwortlich fühlen. Dahinter steckt das vielleicht früher erlebte Gefühl der totalen Unsicherheit und Angst: „Wenn ICH mich nicht um alles kümmere, bricht alles zusammen“.
Weiterlesen (pdf) Falsche Verantwortung abgeben und volle Eigenverantwortung übernehmen